Die einwöchige Biennale Tanzausbildung bildet den Ausgangspunkt und das Herzstück der Aktivitäten der AK|T. Sie ist ein einzigartiges Forum für den Austausch und die Begegnung von Studierenden und Lehrenden.
Der Fokus der Biennale liegt auf der Förderung des Nachwuchses im Tanz Lehrenden bietet sie auf kollegialer und fachlicher Ebene methodische und inhaltliche Impulse für die persönliche und institutionelle Weiterentwicklung.
Philosophie
Wie in der AK|T selbst manifestiert sich in der Biennale Tanzausbildung die ästhetische, tanztechnische, pädagogische, künstlerische und wissenschaftliche Diversität, die den Tanz in Deutschland als Berufsfeld auszeichnet. Im Studienalltag stehen für junge Tänzer*innen häufig schon sehr früh die Spezialisierung und Professionalisierung nach bestimmten Maßstäben im Vordergrund – die etwa in verschiedenen Zugängen zu Ballett andere sind als in einem in sich nochmals diversen Spektrum von Zeitgenössischem Tanz. Heute stellen sich trotz des Schwerpunktes der Biennale im Bühnentanz in einzelnen Studienkontexten vermehrt Fragen danach, wie Tanz auch außerhalb des Theaters in der Gesellschaft wirken kann. Wen oder was kann Tanz mit welchen Mitteln erreichen? Und wie beeinflussen solche Gedanken die Visionen junger Tänzer*innen?
Während der Biennale treffen die künftigen Absolvent*innen auf peers, deren Arbeitsweisen, Körperlichkeiten oder Überzeugungen für ein Leben mit und im Tanz sich womöglich radikal von ihren unterscheiden. Dies im persönlichen Miteinander zu erfahren, zu verhandeln, aber auch Gemeinsamkeiten in Fragen und Anliegen zu entdecken, wird von Teilnehmenden regelmäßig als wegweisend für die persönliche Entwicklung beschrieben.
Format
Ausgerichtet wird die Biennale Tanzausbildung im Wechsel von je einer AK|T-Institution: Zehn BA-Studierende und drei Lehrende pro AK|T-Mitglied nehmen teil, seit 2012 ergänzt durch Plätze für einzelne MA-Studierende etwa in Choreografie, Tanzwissenschaft und Tanzvermittlung. Die Perspektive als nationale Plattform wird seit 2014 erweitert und bereichert durch die von den jeweiligen Gastgeber*innen ausgesprochene Einladung an ausgewählte internationale Schulen und Hochschulen.
Zu Gast bei der Biennale waren bisher Studierende und Lehrende u.a. von Amsterdamse Hogeschool voor de Kunsten; BCDC Budapest Circus Arts and Contemporary Dance College; Cairo Contemporary Dance Center (CCDC); Canada’s National Ballet School Toronto; Codarts – Rotterdamse Dansacademie; Dancescape South Africa, Cape Town; École des Sables, Toubab Dialaw; Escola Superior de Danca, Lissabon; GLS_La Fabrique Culturelle, Elfenbeinküste; Houston Ballet Academy; Invisible Center of Contemporary Dance, Teheran; Koninklijk Conservatorium, Den Haag; P.A.R.T.S., Brüssel; Pontificia Universidad Javeriana, Bogota; School of Dance and Circus, Stockholm; School of Culture and Kreative Expressions Ambedkar University, Dehli; SNDO Amsterdam; Taipei National University of the Arts, Taiwan; TISCH School of the Arts, New York; University of the Arts School of Dance, Philadelphia; Vaganova Ballet Academy of Russian Ballet St. Petersburg.
Das jeweilige kuratorische Team entwickelt für jede Ausgabe ein Thema, unter dem offene Trainings und mehrtägige Workshops unterschiedlicher tanztechnischer und künstlerischer Ausrichtung mit namhaften Gast-Dozierenden, Diskussionen sowie ein eintägiges Symposium angeboten werden. In den abendlichen Aufführungen sammeln die jungen Tänzer*innen Bühnenerfahrung, wenn sie für die Biennale erarbeitete Choreografien und Performances einander und einem breiten Publikum vorstellen.
Zu den Themen bisheriger Biennalen gehören u.a. Digital Tools und Neue Medien in der Ausbildung (Berlin 2008), Methoden der Rekonstruktion (Essen 2010), Kulturerbe Tanz (Frankfurt a.M. 2012), Education – Profession_a Creative Process (Dresden 2014), Reflexion und Feedback (Köln 2016), Dancing in the Street. Was bewegt Tanz? (Berlin 2018), City of Dances (Hamburg 2020) oder Coming Together. Solidarity – Encounter – Sustainability (bei der unter den Bedingungen der Covid-19-Pandemie im Theaterhaus Stuttgart durch das HZT Berlin, die HfMDK Frankfurt a. M. und die HMTM München gemeinsam veranstalteten Biennale 2022) und Ideals & Role Models – Best practice in Dance (2024 München).
Biennale Archiv
9. Biennale Tanzausbildung 2024 München
8. Biennale Tanzausbildung 2022 Stuttgart
7. Biennale Tanzausbildung 2020 Hamburg
6. Biennale Tanzausbildung 2018 Berlin
5. Biennale Tanzausbildung 2016 Köln
4. Biennale Tanzausbildung 2014 Dresden
3. Biennale Tanzausbildung 2012 Frankfurt/M.
Weiterbildung
In den Zwischenjahren der Biennale organisiert die nächste ausrichtende Institution eine Weiterbildung für die Teilnehmenden der kommenden Ausgabe. Anfangs nur für Lehrende konzipiert, werden diese Veranstaltungen heute auch für Studierende gestaltet. Seit der Covid-19-Pandemie finden sie zudem online statt, so dass sie allen Interessierten aus dem Kreis der AK|T-Mitglieder offenstehen.
Wie die Themen der Biennalen spiegeln die Weiterbildungen Anliegen wider, die Akteur*innen in der Tanzausbildung in Deutschland bewegen. Sie fanden u.a. zu Aspekten wie Eigenwahrnehmung (2023), Individuum und Kollektiv (2021) Handlungsraum Tanz (2017), Feedback und Reflexion (2015), Rekonstruktion (2009) oder Künstlerische Forschung (2007) statt.